Erfahrungsbericht: Cursor und Claude Code parallel nutzen

Viele scheinen nur noch Claude Code zu nutzen. Cursor-Abonnenten sehe ich selten.

Vor einigen Wochen las ich positive Kommentare zum neuen proprietären Modell Composer 2 von Cursor. Aus Neugier abonnierte ich Cursor Pro für 20 US-Dollar. Aktuell habe ich alle drei: Claude Pro, Cursor Pro und ChatGPT Plus.

In anderen Beiträgen hieß es oft, Claude Code sei viel besser als Cursor. Ich fragte mich, ob das stimmt. Kurz gesagt: ja.

Es gibt viele Gründe, aber unabhängig davon rate ich eher zu Claude Code als zu Cursor.

Wenn Sie KI-Coding-Agenten nur alle paar Tage nutzen oder selbst öfter Code schreiben, trifft Abschnitt 1 nicht zu. Lesen Sie dann ab Abschnitt 2.

1. Preis und Nutzungslimits

Als Student kann ich mir keine Abos für 100 oder 200 US-Dollar leisten. 20 US-Dollar im Monat sind schon eng. Claude Max oder Cursor Ultra scheiden aus.

Ich vertraue KI-Code nicht blind und lasse mehrfach auf Bugs und Sicherheit prüfen. Das verbraucht viele Tokens. Ohne diese Prüfung weiß ich nicht, was in Produktion schiefgeht. Ich kann sie nicht weglassen.

Was ist mit Claude Pro (Claude Code)?

Man sagt, Pro sei nur eine Testversion von Max. So extrem ist es nicht, aber die Limits sind eng.

Ich nutze Opus nur auf claude.ai und in Claude Code nur Sonnet. Wenn ich mit Claude Code ein Feature baue und teste, ist das 5-Stunden-Limit fast voll und das 7-Tage-Limit steigt um etwa 4-6 Prozent.

Tipp: Bei einem 7-Tage-Limit wie bei Claude oder ChatGPT etwa 14 Prozent pro Tag nutzen. Bei 30 Tagen wie OpenCode Go, Copilot oder Cursor etwa 3,2 Prozent pro Tag. Dann reicht es bis zur Reset-Dateit ohne Sperre.
Ich nutze OpenUsage, das rechnet das automatisch.

Als offizielles Abo mit direktem Claude-Modell scheint es mehr Nutzung zu geben als bei Drittanbietern wie Cursor über die API.

Besonders im Vergleich zu Cursor unten wirkt das ein Geschenk.

Cursor Pro ist noch enger.

Im Pro-Plan gibt Cursor 20 US-Dollar API-Nutzung und geschätzt 80 US-Dollar für Auto+Composer. Summe 100 US-Dollar, klingt viel, ist es nicht.

Zuerst die beiden Pools. Der API-Pool wird bei Drittmodellen wie Claude oder Codex in Cursor abgezogen. Auto+Composer bei Auto-Modus oder proprietären Modellen Composer 1.5 oder 2.

Mehr zu Composer folgt unten.

Wer Cursor Pro abonniert, hat also nur 20 US-Dollar für starke Drittmodelle und viel Nutzung der etwas schwächeren Eigenmodelle. Selbst nur die Eigenmodelle können knapp werden.

Anfangs war Composer 2 schnell, die Leistung brauchbar und das Limit wuchs langsam. Ich nutzte den Fast-Modus mit dreifacher Nutzung.

Ab etwa Tag 3 stieg das Limit schneller. Jetzt überschreite ich oft die sichere Nutzung.

In den ersten zwei Tagen nach Release gab es doppelte Nutzung als Aktion. Danach normale Limits, und es reicht nicht.

Bei kleinem Budget ist offizielles Claude klar besser.

In dieser Hinsicht würde ich Claude wählen.

Mein Plan: Cursor kündigen und nur Claude Pro behalten.

2. Modell und Harness (Shell) Leistung

Claude Code kann Haiku, Sonnet und Opus nutzen.

Cursor kann die meisten Modelle inklusive Claude, Codex (GPT), Kimi und Gemini und bietet das Eigenmodell Composer.

Ich nutzte in Claude Code nur Sonnet 4.6, in Cursor hauptsächlich Composer 2 und Sonnet 4.6 als Hilfe.

Dasselbe Sonnet-Modell liefert unterschiedliche Ergebnisse.

Claude Code gibt dem Modell mehr Freiheit. Cursor gibt dem Entwickler mehr Kontrolle und schränkt das Modell etwas ein.

Bei einer Aufgabe außerhalb eines Coding-Projekts, etwa heute: „Ich nutze Windscribe Port Forwarding, aber Open WebUI ist von außen nicht erreichbar. Bitte beheben“, wechselt Claude Code ins externe Verzeichnis und greift sogar auf andere Apps zu. Cursor antwortet, die Aufgabe gehe im Arbeitsverzeichnis nicht.

Im Projekt ist es umgekehrt. Claude Code verlangt Freigabe vor Ausführung, Cursor führt im Projekt standardmäßig sofort aus.

Deshalb testet Claude Code nach der Arbeit oft in externen Verzeichnissen verwandter Projekte. Cursor formatiert meist nur, wenn man es nicht verlangt, und testet nicht wirklich. Man muss selbst testen.

Der Unterschied zwischen eigenem Test und Modell-Test ist größer als man denkt. Das Modell sieht Ausgabe oder Fehler sofort und patcht. Der Mensch muss in Worten erklären, das Modell ändert, bei Misserfolg zurück, erneut genauer erklären. Das wiederholt sich.

Auch hier würde ich Claude Code bevorzugen.

Cursors Eigenmodell ist nutzbar.

Cursor entwickelt eigene Modelle. Das war ein Grund für mein Abo.

Composer 2 kam vor einigen Wochen. Es basiert auf Kimi K2.5 von Moonshot AI in China und ist davon abgeleitet (intelligenter als Kimi K2.5).

Die Stärken: standardmäßig schnell und ein Fast-Modus für noch mehr Tempo (dreifache Nutzung).

Im Fast-Modus ändert es etwa alle 0,2 Sekunden eine Datei. Schneller als Haiku in Claude Code, Leistung etwas unter Sonnet. Beeindruckend.

Rein am Code ändert es gut, aber die Sprachfähigkeit schwächt den Alltag. Claude versteht auch lockeres Koreanisch wie ein Mensch, baut und erklärt gut. Composer basiert auf Kimi mit vor allem englischem Training. Bei lockerer Sprache versteht es oft schlechter als Claude.

Klar erklären hilft, ist aber mühsamer als gedacht.

Was Claude bei „~ funktioniert nicht in ~“ versteht, muss man Composer erklären wie: „Wenn ich ~ mache, öffnet sich ein ~-Fenster, in der Konsole erscheint ~-Fehler, deshalb funktioniert ~ nicht. Bitte prüfen und beheben.“ Das ist lästig.

Fazit: Composer 2 ist nutzbar, aber man muss gut erklären.

Wer klar formulieren kann, bekommt viel für wenig Geld. Ich konnte das nicht immer, deshalb habe ich Bedenken.

3. Bedienbarkeit der Oberfläche

Hier gewinnt die GUI von Cursor.

Claude Code geht auch per GUI mit der Claude-App oder der Extension, aber die meisten Claude-Code-Funktionen fehlen dort stark.

Beim Laden einer Sitzung wird oben abgeschnitten. Das ist terminalbedingt unvermeidbar. Bei Kontextkompression verschwindet die gesamte bisherige Unterhaltung.

Cursor lädt beim Hochscrollen nach, entlastet und erleichtert ältere Gespräche.

Beim Kopieren kopiert Claude Code oft die ganze UI. Cursor als GUI kopiert natürlich nur die Auswahl.

Hier muss man abwarten. In Claude Codes Roadmap steht ein TUI-Update wie bei OpenCode: Terminal, aber Maus wie GUI und selektives Kopieren.

Es wird vermutlich schwerer, aber wenn es einfacher wird, ist das willkommen.

In Abschnitt 3 halte ich Cursor für besser.

GUI gegen CLI ist von vornherein eine andere Kategorie.

Terminal hat Vorteile, aber für die meisten ist GUI vertrauter.

4. Was sollten Sie nutzen?

Mit etwa 20 US-Dollar Budget empfehle ich eher Claude Pro wegen mehr Nutzung.

Bei 100 oder 200 US-Dollar lohnt sich, beides zu testen. Ihre Erfahrung kann anders sein.

Ohne echte Entwicklungserfahrung und ohne Terminal (sogenannter Vibe Coder) passt Cursor besser. Dann rate ich eher zu Antigravity oder ähnlichen Produkten: schnellere Prototypen, großzügigere Limits.

Claude Code und Cursor setzen Entwicklungserfahrung voraus und sind deshalb schwerer. Antigravity wirkt eher für Nutzer ohne Erfahrung.

5. PrivateStater ausprobieren

Ich betreibe PrivateStater.

Die meisten Leser haben vermutlich eine eigene Website. Dann passt der Dienst gut.

Er bietet Analytics, Captcha und Feedback-Widgets. Details auf der PrivateStater-Website.